Costantino Ciervo
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Projekt "Ökonomisierung der Erziehung" , 2001 (nicht realisiert)

Die Arbeit soll ein Klassenzimmer nachbilden. In einem 50 bis 60 Quadratmeter großen Raum werden 20 Kindertische (je 70 x 80 x 60 cm) und 20 Kinderstühle aus Rohspanplatte gefertigt, in vier Reihen angeordnet. Ein Lehrerpult (80 x160 x 60 cm) steht den Schultischen gegenüber. Das Mobiliar einer Schulklasse wird auf diese Weise vereinfacht dargestellt. Auf jeden Tisch wird eine Art "Schreibmaschine" mit Monitor installiert (siehe Entwurf). Jede Maschine tippt in einer mittels Mikrocontroller (Einplatinencomputer) programmierten Abfolge vier Hämmerchen (die an Stempel erinnern) auf den Bildschirm. Die Reihenfolge des Tippens soll an die Sequenzierung eines DNS-Genom erinnern, und ist zusammengesetzt aus einer festgelegten Reihenfolge der vier Basen C, T, A und G. Auf dem Bildschirm ist eine endoskopische Videoaufnahme vom Inneren des Halses eines sechsjährigen Kindes zu sehen und Atemgeräusch zu hören. Die Aufnahme wird mittels eines Senders (kabellos) gleichzeitig auf alle Monitore übertragen. Die Videoaufnahme der Schleimhäute im Hals ist zugleich assoziierbar mit einer vom Erbmaterial befreiten menschlichen Eizelle. Der programmierte Chip symbolisiert das optimierte, künstlich erzeugte Erbgut. Das Tippen der Hämmerchen soll das "Injizieren" darstellen. Die Leistung der Kinder soll auf diese Weise gesteigert werden, und zwar nicht durch Erziehung, sondern mittels Züchtung. An den Wänden sind die Namen existierender Kinder einer ersten Klasse in weisse Tafeln eingraviert. © Costantino Ciervo, 2001