Costantino Ciervo
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Gemeinsame Arbeit "oniscus muranus'von Costantino Clervo und Ottomar Kiefer

Material:

Kanalrohre PVC DN, Bogen und Abzweige: ca. 48 m
Deckenabhänger
20 digitale Aufzeichnungsgeräte (Schlüsselanhänger-Spielzeug)
PersonaI-Computer mit Relaiskarte.
20 Kapselmikrophone, 20 Lautsprecher
20 Kunstoffschachteln mit Glühbirnen und PVC-Rohren
ca. 500 m Eisendraht, Krokodilklammem, 200m vierpoliges Kabel


Konstruktion:

Die Kunstoffrohre wurden zu einem geschlossenen System zusammengefügt, das den Raum in einer Schleife durchzieht Abzweige führen zur Decke, Boden und Wänden. Dadurch entsteht der Eindruck, daß Kommunikation mit der Außenwelt, sowohl unterirdisch als auch mit den darüberliegenden Räumen hergestellt ist. In diesem Röhrensystem sind 20 Lautsprecher versteckt. In den Kellerräumen hängen 15 Mikrophone an Plastikröhren mit roten Kontrollampen, weitere 5 sind auf den Hinterhof verteilt An der Kellerdecke, links und rechts der Rohrschleife dienen 26 Drahtbahnen zur Steuerung des elektronischen Systems. An diesen Drähten sind durch Krokodil-klammem 20 digitale Aufzeichnungsgeräte angeschlossen. Diese sind entkleidet auf einem Metallplättchen direkt an den Mauerwänden montiert, so daß man den Eindruck hat, es handele sich um kleine Insekten mit Beinchen und Fühlern. Die Steuerleitungen laufen in einem Computer zusammen, der die präzise Kontrolle Ober den Ablauf übernimmt.

Funktion:

Diese Installation ist interaktiv, d.h. der Besucher wird selbst Teil des Werkes. Seine Geräusche, Mitteilungen und Aussagen werden durch die Mikrophone aufgenommen, digitalisiert und von Microchips aufgezeichnet Zu einem späteren Zeitpunkt (max. 4 min) werden diese durch die Lautsprecher in den Röhren wiedergegeben. Nicht alle Mikrophone sind zu jedem Zeitpunkt aufnahmebereit. Welches Mikrophon gerade aufzeichnet, kann der Besucher an dem Aufleuchten des Rotlichtes erkennen. Der Zentralcomputer entscheidet wann, welche Mikrophone aufnehmen und wann, welche Lautsprecher wiedergeben. Zur räumlichen und zeitlichen Überwachung des Gesamtraumes klügelten die Künstler ein Computerprogramm aus, daß streng statistisch und logisch die Unvorhersehbarkeit des Standpunktes des Anwesenden im Raum berücksichtigt.

"Omscus Murarius", 1994
Interaktive Installation im Keller der Kunst-Weite Bertin, in Zusammenarbeit mit Ottomar Kiefer; PVC-Rohren, Pinzetten, Draht, Computer, Relais, Software, Mikrofone, Lautsprecher, Glühbirnen, sprechende digitale Armbanduhr, digitale Aufzeichnungsgeräte.
Maße variabel

© Costantino Ciervo und Ottmar Kiefer, 1994