Costantino Ciervo
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Reading Pinocchio, 2011

Kunst-am-Bau-Projekt für einen offenen zweiphasigen Wettbewerb, Schule der Nachrichtendienste, Berlin - Standort Innenhof
(nicht realisierter Entwurf)

 

Der Entwurf zeigt eine überlebensgroße, farbige, aus Kunststoff angefertigte Skulptur der literarischen Figur Pinocchio, sitzend mit einem Buch in der Hand, auf aneinander gereihten anthrazitfarbenen Beton-Sitzblöcken platziert für den (nicht öffentlich zugänglichen) Innenhof der Schule der Nachrichtendienste in Berlin. Die überdimensionierte Figur des „Reading Pinocchio“ verkehrt gewohnte Maßstäbe in ihr Gegenteil, bietet so neue Blickwinkel auf Vertrautes und regt dazu an, eingefahrene Sichtweisen auf die Wirklichkeit zu hinterfragen.
Die Arbeit „Reading Pinocchio“ ist humorvoll und subtil, der Titel kann doppeldeutig verstanden werden: Zum einen benennt er schlichtweg das Motiv, der lesende Pinocchio, zum anderen beinhaltet er die Aufforderung, die Geschichte von Pinocchio zu lesen. Ende des 18. Jahrhunderts schrieb der Florentiner Carlo Collodi die Geschichte vom „Abenteuer des Pinocchio“, einer kleinen eigenwilligen Holzfigur, die nach einer Reihe von Abenteuern zum richtigen Jungen wird. Auch wenn die Knabenfigur typischerweise mit langer Nase dargestellt wird als Folge von Pinocchios Schwindeleien, geht es im Kern der Geschichte um den Prozess der Verwandlung.
Pinocchio - selbst ein Schüler - fungiert als Identifikationsfigur für die Studierenden und Auszubildenden. Die Figur thematisiert eine subtile kritische Haltung gegenüber Konformität, Autorität, Staat und Kontrolle einer normativen, erzieherischen Gesellschaft.