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"_Profit", 2004
Installation/Performance (Galeie Vostell/Berlin 10.09.04)
Mixed Media
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Videodokumentation Performance, 2004]
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Videodocumentatione
(2006 dispar&dispari, Reggio Emilia, Italien)
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Videodokumentation
(2007 Fondazione Mudima, Meiland, Italien)
Konzept:
Die Installation/Performance "Profit" ist eine Erweiterung der Arbeit
"Empire", die im Jahr 2003 realisiert und im gleichen Jahr in der
GaleriaVostell Madrid ausgestellt wurde. In diesem Zusammenhang hatte ich zwei
Phänomene in Betracht gezogen: Einerseits die neuen Erscheinungsformen
imperialer Hegemonie, im Sinne von einer abnehmenden Souveränität
der einzelnen Staaten und Nationen im Gegenzug zu einer globalen und dezentralen
Expansion des Kapitalismus und der Organe die sie politisch, juristisch und
ökonomisch koordinieren. Andererseits der Versuch, der teilweise schon
realisiert wurde, die Menschheit mittels Technologie zu kontrollieren, zu erfassen
und zu funktionalisieren, mit dem Ziel, den politischen Raum der Bürger
zu begrenzen, letztlich zu annullieren.
Die Installation/Performance "Profit" greift die oben aufgeführten Gedanken auf und entwickelt sie weiter. Untersucht wird die komplexe Beziehung zwischen dem Bedürfnis des Profits zur Expansion auf globaler Ebene und der globalen Reaktion der menschlichen Biosphäre, die naturgemäß hybride ist, und sich tendenziell gegen jegliche Form von Standardisierung, Kontrolle und Manichäismus wehrt.
Kurzbeschreibung:
Die Installation/Performance "Profit" wird in der gleichnamigen Ausstellung
in der Galerie Vostell Berlin in Form eines Rasters präsentiert: je 9 schematisierte
Tische mit dazugehörigen Stühlen werden in zwei parallel angeordnete
Reihen aufgebaut. Auf den Tischgruppen der zur Wand hin gelegenen Reihe befindet
sich jeweils eine alte Schreibmaschine, bestückt mit einem Mikroprozessor,
der vier Buchstabentasten steuert. Diese schlagen auf eine rotierende, transparente
Kunststoffkugel, in der zerschnittene Seiten eines Atlasses zu sehen sind. Aus
fünf von diesen neun Schreibmaschinen ertönen Soundmischungen von
politischen Reden und Börsennachrichten von Satelliten-TV-Sendern, die
im Zusammenhang mit den politischen, wirtschaftlichen und kriegerischen Ereignissen
und Folgen des 11. September 2001 ausgestrahlt wurden. Die anderen vier Schreibmaschinen
sind bestückt mit Mikrofonen, die ständig die Geräusche im Raum
aufnehmen und wiedergeben.
In der zweiten Reihe, die zum Publikum hin angeordnet ist, liegen Papierstapel auf den Tischen. Es handelt sich um weiße DinA4 Blätter, bedruckt mit einer Auswahl der wichtigsten internationalen Aktienindizes (z.B. Dow Jones 30). Jedes Blatt der unterschiedlich umfangreichen Stapel ist bedruckt mit dem Namen einer multinationalen Firma (z.B. McDonalds Corp.). Neben jedem Tisch steht ein Aktenvernichter auf dem Boden. Während der Performance sitzt auf jedem Stuhl eine Person, die im abgestimmten Rhythmus die einzelnen Namen der Firmen laut vorliest und anschließend das Blatt vernichtet. Wenn alle Zettel vernichtet wurden, endet die Performance. Die Behälter der Aktenvernichter werden im Laufe der Performance ab und zu auf den Boden entleert, immer mehr Papierstreifen landen so zu Füßen des Publikums.
Korrespondierend
zur Installation werden an den Wänden des Raumes drei mittelgroße
Fotoobjekte mit Satellitenaufnahmen gezeigt. Jede Fotografie ist eine Assemblage
von zwei urbanen Zentren zweier verschiedener Megalopolen, die geografisch weit
voneinander entfernt liegen (z.B. Kairo/Bangkog). Das Fotobildet den Hintergrund
einer mechanischen, elektronisch gesteuerten Konstruktion. Sie erinnert an eine
Waage. An Ihren Extremitäten befinden sich Gewichte auf der einen und ein
flacher Monitor auf der anderen Seite, die permanent ausbalanciert werden. Auf
den Minibildschirmen laufen kurze Videoclips als Loop. In den Videos wurden
Fernsehbilder verarbeitet und zusammen geschnitten. Das Ergebnis ist eine Interpretation
der antagonistischen Seele in einer globalen Welt
Costantino Ciervo 23.08.2004